Narrenzunft Schloßbergturm 1985 e. V.


    Narrenzunft Schlossbergturm  
Albstadt-Ebingen 1985 e.V.
Fasnetsbrauchtum in Albstadt- Ebingen
und die Geschichte der Narrenzunft Schlossbergturm

Aus dem heimatgeschichtlichen Buch von Joseph Halm “Stumpen Holz” kann man entnehmen, dass es auch im früheren Ebingen, das heute als Stadtteil zur Stadt Albstadt gehört, närrisches Treiben gab und fasnachtliche Tradition vorhanden sind. So trieben zumeist ärmere Bürgerinnen und Bürger bereits im Mittelalter während der Fasnetszeit ihren Unfug mit den Reichen der Stadt und verkleideten sich entsprechend, damit sie niemand sofort erkannte. Dieses Fasnetstreiben fand jedoch sehr selten auf der Straße statt, sondern in den Wirtsstuben und Schankhäusern.

Straßenfasnet in Ebingen wurde erstmals im Jahre 1886 durch die Mitglieder des Hutmacher-Gesangsvereines “Liederkranz” mit dem ersten Umzug betrieben. Über 100 Masken beiderlei Geschlechts zogen durch die Straßen und brachten ein bis dahin nie gesehenes Leben in die Stadt. Diese Fasnetsumzüge wiederholten sich von Jahr zu Jahr bis dann im Jahre 1900 der letzte Umzug vom Hutmacher-Gesangsverein organisiert wurde. Danach kam es nur noch sporadisch während der Fasnetszeit zu Umzügen auf den Ebinger Straßen und gegen 1907 / 1908 schlief dieses Narrentreiben endgültig ein.

Nach dem 2. Weltkrieg versuchten dann wieder einige “Narren” diese Tradition weiterzuführen. Durch die rasante Wirtschaftliche und soziale Entwicklung gab es jedoch auch in Ebingen nur wenig interessierte an der Pflege des Närrischen Brauchtums. Es blieb bei vereinzelten Saalveranstaltungen und Hausbällen in den Lokalen.

Im Jahr 1984 kamen einige junge fasnetsbegeisterte Ebinger dann auf die Idee, es den umliegenden Narrenvereinen Von Tailfingen oder Strassberg nach zu machen und in Ebingen eine Narrenzunft zu gründen. Im Mai 1985 war es dann soweit und im Vereinsregister des Registergerichtes von Ebingen wurde die Narrenzunft Schlossbergturm Albstadt-Ebingen 1985 e. V. eingetragen. Ihr damaliger erster Zunftmeister ,Hardy Krüger, hatte es sich zum Ziel gemacht, das närrische Treiben in Ebingen wieder aufblühen zu lassen. Aufgrund der Jugend der Gründungsmitglieder wurden jedoch zunächst die hierzu unbedingt erforderlichen brauchtumshistorischen Nachforschungen nicht ganz so Intensiv betrieben und es wurde versäumt, der Fasnet in Ebingen die für diese Gegend so typisch schwäbisch-alemannische Gestaltungsrichtung zu geben. Durch häufige Wechsel im Bereich Vereinführung geschah es, dass die Narrenzunft in den ersten sechs Jahren Ihre närrischen Aktivitäten auf die Teilnahme an Fasnetsumzügen anderer Narrenzünfte und der Durchführung eines öffentlichen Zunftabends in Bitz beschränkte. Erst im Jahr 1991 wurde in Ebingen wieder ein Fasnetumzug während der Fasnetszeit veranstaltet und am gleichen Abend fand in der Ebinger Festhalle ein Zunftball für die Bevölkerung statt. dieser Fasnetsumzug wurde noch als sogenannter Sternmarsch durchgeführt und es nahmen ca. 100 Maskenträger daran teil. Im Laufe der Jahre sprach es sich jedoch auch bei anderen Narrenzünften herum, dass in Albstadt-Ebingen eine Straßenfasnet stattfindet. So nahmen von Jahr zu Jahr immer mehr aktive Narren an diesen Umzügen (damals Sternmarsch) teil. Höhepunkt war bisher der Fasnetsumzug in 1998 mit über 3000 aktiven Narren und ca. 15.000 Besucher. 

 

Beschreibung des Ebinger Narrenbüttels:

Im September 1995 beschloss der Zunftrat der Narrenzunft Schlossbergturm Albstadt – Ebingen, auf Anregung des damaligen Jugendleiters Rolf Batt, die Einzelfigur des Ebinger Narrenbüttels als weitere Narrenfigur aufzunehmen.

Im Buch „ Stumpen Holz “ von Joseph Halm, einem Ebinger Historiker, wird eine namentlich erwähnte Person beschrieben, die von ca. 1850 bis 1920 lebte und in Ebingen als Ausrufer ( Stadtbüttel ) tätig war. Den Grossteil seiner öffentlichen Kundgebungen sagte dieser jedoch falsch herum auf, so dass insbesondere bei den Kindern immer ein großes Gelächter war. Dies hatte zur Folge, dass dem Ausrufer immer die Kinder hinterher liefen und denen folgte dann immer eine Gans und schnatterte dazwischen.

Der heutige Ebinger Narrenbüttel hat die Aufgabe, vom 6. Januar ( Heilige drei Königstag ) bis Aschermittwoch die Fasnet und deren Bedeutung, aber auch die Geschichte der Ebinger Fasnet in Kindergärten und Schulen zu vermitteln. Das es hierbei dann nicht immer ganz ernsthaft zugehen soll, liegt schon in der Natur des Vorbildes begründet. Der Narrenbüttel soll helfen, den Narrensamen im Ort zu vermehren und die Fasnet schon den jüngsten weiterzuvermitteln. Während den Fasnetsumzügen marschierte der Narrenbüttel vor dem Zunftrat, den Maskenträgern und Musikern voran und kündet deren kommen an.

Außerhalb der Fasnet bemüht sich der Narrenbüttel als Zunfthistoriker um Verbreitung der fasnachtlichen Traditionen Ebingens bei den teilweise doch sehr unnärrischen Bürgerrinnen und Bürgern von Albstadt – Ebingen. Durch das nun schon über 80 Jahre dauernde Ruhen derStraßenfasnet im Stadtteil Ebingen besteht hier doch ein sehr großer Nachholbedarf. Somit besteht auch außerhalb der Fasnetzeit die Möglichkeit, den Gedanken der Fasnet aufrecht zu erhalten.
 

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