Wir sind musikbegeisterte Narren, die es sich zum Hobby gemacht haben, Musik in den verschiedensten Kreationen darzubieten. Das Jahr über wird geprobt, gelacht und geschwitzt, um an der Fasnet das Beste zu geben.

Neugierig geworden … dann schau doch mal vorbei!

Wir proben jeden Mittwoch um 20 Uhr.

Die Geschichte der Hannäbler Gugga

 

Im vorigen Jahrhundert wurden die Gemeinderäte in Württemberg noch auf Lebenszeit gewählt. Durch eine Reform Oberregierungs-Kollegiums zu Stuttgart wurden diese Wahlen auf Lebenszeit jedoch abgeschafft. Dies hat einigen Ratsherren jedoch nicht sonderlich gefallen. So war auch in Ebingen einem Ratsherren sein Ratsstuhl so lieb geworden, dass er auf sein Amt nicht verzichten wollte. Mit Hilfe von Freunden und dem Geistlichen Amtsdiener zog er alsbald wieder in den Stadtrat ein. Dies rief jedoch den Unmut vieler anderer Bürger in Ebingen hervor, die auf eine Absetzung pochten. Da sich dieser Ratsherr jedoch nicht von seinem Amt abbringen lassen wollte, geschah es eines Nachts, dass eine Anzahl von jungen Mitbürgern vor dem Hause des Stadtrates mit allerlei Blechröhren und Pfeifen, Blechdeckeln und vielen anderen gar schauerlich Anhörenden Musikinstrumenten aufspielten. Als der Ratsherr sich von dieser nächtlichen Katzenmusik jedoch nicht einschüchtern lies, wurde ihm am nächsten Tage in der Zeitung öffentlich kundgetan, dass diese gar fürchterliche Musik zur Nachtzeit so lange wiederholt wird, bis er von seinem Amte als Stadtrat zurücktrete. Diese Geschichte nahmen einige musikalisch veranlagten Mitglieder der Narrenzunft zum Anlass, eine Musikkapelle zu gründen. Mangels geeigneter Musikinstrumente bestand diese zunächst sechsköpfige Gruppe nur aus Trommlern. Am 11.11.1992 spielte ein Trommler erstmals vor dem Ebinger Rathaus auf. Schnell fanden sich neue Liebhaber dieser Musikgruppe und die Narrenzunft beschloss, eine Guggenmusik zu gründen. Da die Lautstärke und insbesondere die Art der musikalischen Darbietung einer Guggenmusik am ehesten dieser damaligen nächtlichen Katzenmusik entsprach, entschied man sich für eine solche Musikgruppe im schwäbischen und badischen Fasnachtsraum, die als Gruppe innerhalb einer Narrenzunft existiert. Bei dem Namen Hannäbler handelt es sich um einen alten Spitznamen für Ebinger Bürger. Woher dieser Spitzname nun konkret stammt, lässt sich aus den alten Schriften der Stadtchronik nicht mehr feststellen. Eine für die Fasnet sicherlich sehr passende Darstellung ist die Geschichte eines Ebinger Bürgers, der nach seinem Besuch im Wirtshaus auf dem Heimweg ständig vor sich her murmelte: „I han Nebel !”. Es wird jedoch auch geschrieben, dass ein Ebinger bei einem Besuch in Tübingen nach dem Wetter gefragt wurde. Darauf antwortete dieser „ Mir hand Nebel !” Die Kostüme der Hannäbler Guggamusik sind Phantasiekostüme und werden nach keinen historischen Grundlagen hergestellt. Ähnlich wie bei Guggenmusiken in der Schweiz erfolgt alle 4 bis 5 Jahre ein Kostümwechsel.

Entstehung der Gugge

 

Die Hannäbler Guggamusik wurde im Juli 1992 von Roland Flad, Bianca Sauter und Matthias Lamkowski ins Leben gerufen. Die drei hatten Spaß an der schrägen Musik und dachten, die damals noch junge Ebinger Fasnet bedürfe etwas musikalischer Unterstützung.

Am 11.11.1992 um 11.11 Uhr eröffnete der erste Trommler, Matthias Lamkowski, zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden der Narrenzunft Hardy Krüger vor dem Ebinger Rathaus erstmals mit einem Trommelschlag die fünfte Jahreszeit. Die Fasnetssaison 1993 sah dann schon fünf Trommler in ihrem ersten Häs (im Allgemeinen ein schwäbischer Ausdruck für Bekleidung, der in der schwäbisch-allemanischen Fasnet jedoch für die einheitliche Tracht einer Fasnetsgruppe steht) in den Reihen der Zunft, die mit der Urgewalt närrischer Musik die Umzüge begleiteten. In der Jahresmitte 1993 bekamen die Hannäbler Zuwachs, hauptsächlich von Blechbläsern, und zählten nun bereits zwölf Mitglieder. Dieser Zuwachs hielt auch in den folgenden Jahren an. Mittlerweile trug man das zweite Häs, und hatte sich hier und da schon einen Namen gemacht.  Im Laufe der Jahre wechselte man mehrmals das Aussehen. Bislang zählte die Truppe teilweise über 50 Mitglieder und ist aus der Ebinger Fasnet nicht mehr wegzudenken. Die Percussionisten (Musiker mit Schlaginstrumenten) und Bläser (Holz-und Blechblasinstrumente) werden derzeit von Matthias Lamkowski und Stefan Scheps angeführt und von Jerome Lavallée dirigiert.

Erfolge:

 

► 1997 belegte man beim Wertungsspielen der Guggenmusiken im schwäbischen Heinstetten den ersten Platz. Im folgenden Jahr den zweiten.

► Ebenfalls 1998 nahm man am internationalen Guggenmusiktreffen in Paris teil.

► Auch eine erste CD wurde aufgenommen und erfolgreich verkauft.

► Im Jahr 2000 wurde das neue Häs, welches einen Drachen darstellt, eingeführt. Man nahm zum zweiten mal am Europäischen Guggenmusiktreffen in Verona/Venedig teil.

► Das erste eigene Guggenmusiktreffen wurde 2000 veranstaltet.

► 2002 wurde das “Zagge-Häs” vorgestellt.

► Am 06. Januar 2005 wurde ein neues selbst entworfenes Häs in den Farben Weinrot-Schwarz-Silber vorgestellt.

► Das nächste Guggahäs, in den Farben Blau-Silber, welches seit dem 06. Januar 2010 getragen wurde, ist zum 25-jährigen Jubiläum des Vereines vorgestellt worden.

► Für die Saison 2013 wurde wieder ein neues Häs selbst angefertigt, welches die Farben Grün, Schwarz und Silber trug.

► Mit Beginn der Saison 2017 entwarfen die Hannäbler ein neues Häs, welches über viele Jahre hinweg in den Farben gut erkennbar zur Ebinger Zunft gehören soll.